MEDIKATIONSANALYSE - BERATUNGSDOKUMENTATION
1. Patientendaten
Name: Mustermann, Erika
Interne Nummer: EM-001-2024
Geschlecht: weiblich
Geburtsdatum: 15. August 1958
Größe: 165 cm
Gewicht: 72 kg
Konsum legaler und illegaler Substanzen: Gelegentlicher Alkoholkonsum (1-2 Gläser Wein pro Woche), kein Nikotinkonsum, keine illegalen Substanzen.
2. Arzneimittelallergien
Penicillin: Urtikaria (Hautausschlag)
3. Diagnosen
Hypertonie: Diagnostiziert am 10. März 2010 von Dr. Schmidt, aktuell gut kontrolliert.
Typ-2-Diabetes mellitus: Diagnostiziert am 5. Januar 2018 von Dr. Müller, aktuell mit Medikation eingestellt.
Osteoarthritis (Knie): Diagnostiziert am 20. Juni 2022 von Dr. Meier, chronisch, mit Schmerzen bei Belastung.
4. Verordnete rezeptpflichtige Arzneimittel
Amlodipin 5 mg: Indikation Hypertonie, 1 Tablette morgens, unabhängig von Mahlzeiten, ursprünglicher Verordner Dr. Schmidt, aktueller Verordner Dr. Thomas Kelly.
Metformin 850 mg: Indikation Typ-2-Diabetes mellitus, 1 Tablette zweimal täglich zu den Mahlzeiten, ursprünglicher Verordner Dr. Müller, aktueller Verordner Dr. Thomas Kelly.
Diclofenac 75 mg Retard: Indikation Osteoarthritis, 1 Tablette abends, nach dem Essen, ursprünglicher Verordner Dr. Meier, aktueller Verordner Dr. Thomas Kelly.
5. Verordnete nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel
kein Hinweis auf Verordner:in
6. Selbst gekaufte OTC-Arzneimittel, pflanzliche Präparate, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel
Ibuprofen 400 mg: Indikation gelegentliche Kopfschmerzen, bei Bedarf, 1 Tablette, nach dem Essen, selbst empfohlen.
Vitamin D3 1000 IE: Indikation Vitamin-D-Mangel (diagnostiziert vor 6 Monaten), 1 Kapsel täglich, morgens, selbst empfohlen.
7. Kürzliche Änderungen in der Medikation
Diclofenac 75 mg Retard: Dosisänderung von 50 mg auf 75 mg Retard im Juli 2024 aufgrund zunehmender Knieschmerzen.
8. Abweichungen in der Medikation
Die Patientin gibt an, Metformin gelegentlich zu vergessen, besonders wenn sie unterwegs ist und keine Mahlzeit zu sich nimmt. Sie schätzt, dass dies 1-2 Mal pro Woche vorkommt.
9. Nebenwirkungen in der Vergangenheit
Bei der Einnahme von ACE-Hemmern (Ramipril) vor einigen Jahren trat ein hartnäckiger trockener Husten auf, der zum Absetzen des Medikaments führte. Unter dem aktuellen Amlodipin fühlt sie sich gut, berichtet aber von gelegentlich geschwollenen Knöcheln, besonders am Ende des Tages. Dies wurde bisher nicht medizinisch abgeklärt.
10. Aktuelle Beschwerden oder Probleme in den letzten vier Wochen
Gelegentliche Kopfschmerzen: Mild bis moderat, 4/10, treten 1-2 Mal pro Woche auf, seit ca. 3 Monaten. Die Patientin nimmt dann Ibuprofen ein. Bisher keine ärztliche Rücksprache.
Geschwollene Knöchel: Milde Schwellung, seit ca. 6 Monaten, tritt abends auf, nach langem Stehen. Kein Schmerz. Könnte im Zusammenhang mit Amlodipin stehen, wurde aber nicht weiter verfolgt.
Leichte Verdauungsbeschwerden: Gelegentliches Völlegefühl und Blähungen, seit Beginn der Metformin-Einnahme. Schweregrad 2/10. Sie versucht, dies durch ballaststoffreiche Ernährung zu lindern.
11. Schmerzen
Knieschmerzen (links): Dumpfer, ziehender Schmerz, 6/10 bei Belastung (Treppensteigen, langes Gehen), 3/10 in Ruhe. Lokalisierung im linken Kniegelenk. Art des Schmerzes: arthritisch.
12. Messung Blutdruck und Puls
Praxis: 125/80 mmHg, Puls 72 bpm (1. November 2024)
Heim: durchschnittlich 130/85 mmHg, Puls 75 bpm (täglich gemessen)
Apotheke: keine aktuellen Werte vorliegend.
Eigene Messung: Patientin misst täglich zu Hause, meist morgens.
13. Laborwerte
Blutzucker (HbA1c): 6.8% (gemessen am 15. September 2024, behandelnder Arzt Dr. Thomas Kelly)
Nierenwerte (Kreatinin): 0.9 mg/dL (gemessen am 15. September 2024, behandelnder Arzt Dr. Thomas Kelly)
Leberwerte (ALT, AST): im Normbereich (gemessen am 15. September 2024, behandelnder Arzt Dr. Thomas Kelly)
14. Empfohlene Trinkmenge
Empfohlene Trinkmenge: ca. 2.5 Liter/Tag (empfohlen von Dr. Thomas Kelly)
Tatsächliche Trinkmenge: ca. 1.5 Liter/Tag
15. Hinweise auf Schluckstörungen
Nein.
16. Ernährung
Mediterrane Kost: Umstellung vor 1 Jahr zur besseren Blutzuckerkontrolle. Reduzierter Verzehr von rotem Fleisch, erhöhter Verzehr von Gemüse, Fisch und Olivenöl.
17. Adhärenz
Die Patientin ist generell sehr motiviert, ihre Medikamente einzunehmen, jedoch vergisst sie Metformin gelegentlich, wenn der Tagesablauf unregelmäßig ist oder Mahlzeiten ausgelassen werden. Sie erklärt, dass sie Angst vor Hypoglykämie hat, wenn sie Metformin ohne ausreichende Nahrungsaufnahme einnimmt. Zudem gibt sie an, dass sie bei guten Blutdruckwerten dazu neigt, Amlodipin eigenständig zu reduzieren, um "den Körper nicht zu überlasten".
18. Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Arzneimittel
Gelegentliche Schwellung der Knöchel durch Amlodipin: mäßig beeinträchtigend (2/5), vor allem ästhetisch und beim Schuhkauf. Priorität: mittel, möchte gerne wissen, ob es Alternativen gibt.
Leichte Verdauungsbeschwerden durch Metformin: gering beeinträchtigend (1/5). Priorität: niedrig, tolerierbar.
19. Lagerung und Handhabung der Arzneimittel
Aufbewahrungsort: Arzneimittel werden in einem Medizinschrank im Badezimmer aufbewahrt.
Nutzung von Dosetten: Ja, eine wöchentliche Dosettenbox wird von der Patientin selbst befüllt.
Anzahl vorbereiteter Tage: 7 Tage.
20. Lebenssituation
Die Patientin lebt alleine, hat aber regelmäßigen Kontakt zu ihren beiden erwachsenen Kindern, die sie bei Bedarf unterstützen. Sie ist Witwe und engagiert sich ehrenamtlich in der Kirchengemeinde, was ihr eine feste Tagesstruktur gibt. Der Tod ihres Mannes vor zwei Jahren hat sie emotional stark belastet, aber sie hat keine Hinweise auf eine aktuelle Depression. Die Kinder sind sich der Medikation bewusst und helfen gelegentlich bei der Beschaffung der Medikamente.
21. Fragen der Patientin oder des Patienten zu Arzneimitteln
Die Patientin möchte wissen, ob die geschwollenen Knöchel eine Nebenwirkung von Amlodipin sind und ob es alternative Medikamente gibt. Sie erkundigt sich auch, wie sie die Einnahme von Metformin verbessern kann, insbesondere wenn sie Mahlzeiten auslässt.
22. Erwartungen der Patientin oder des Patienten an die Medikationsberatung
Die Patientin erwartet eine Überprüfung ihrer gesamten Medikation auf mögliche Wechselwirkungen und Nebenwirkungen. Ihr im Vordergrund stehendes Problem ist die Unsicherheit bezüglich der geschwollenen Knöchel und der Umgang mit dem gelegentlichen Vergessen von Metformin.
23. Ziele und Fokus für die Analyse
Überprüfung der Amlodipin-bedingten Knöchelschwellung und mögliche Alternativen. Optimierung der Metformin-Adhärenz und Strategien für vergessene Dosen. Überprüfung auf Interaktionen zwischen allen Medikamenten.
24. Bereits gegebene Informationen
Informationen zu den möglichen Ursachen der Knöchelschwellung wurden gegeben. Hinweise zur Bedeutung der regelmäßigen Metformin-Einnahme und mögliche Strategien zur Erinnerung (z.B. App, Wecker) wurden besprochen.
25. Follow-up und Empfehlungen
Empfehlung zur Kontaktaufnahme bei erneuter Schwellung oder Verschlechterung der Symptome. Vorschlag für eine gemeinsame Planung zur Verbesserung der Metformin-Adhärenz beim nächsten Termin. Anpassung des Medikationsplans in Heidi für eine bessere Übersicht.